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Do neděle knihu přečte.
Szenisches Perfekt
wie ein szenisches Pr(sens. Es tritt an die Stelle eines Plusquamperfekts (gegen das es es immer ausgetauscht werden kann), um ein vergangenes Geschehen lebendig vor Augen treten zu lassen:
Und aus einem kleinen Tor, das … sich pl(tzlich aufgetan hat (statt: aufgetan hatte), bricht … etwas Elementares hervor.(vgl. Pr(sens)
(aufgetan hat - szenischen Perfekt, bricht - szenisches Pr(sens)
Das Plusquamperfekt
Aktiv
haben/war (Pr(teritformen) + 2.Partizip
ich hatte gespielt, ich hatte gelesen
ich war abgereist, ich war gekommen
Passiv
werden (Plusquamperfektformen) + 2. Partizip des Volverbs
(ohne ge-)
Der Sohn war vom Vater gelobt worden.
Verwendungweise
Vollzug oder Abschlu( eines Geschehens mit Bezug auf die Vergangenheit (Vorvergangenheit)
Infinitiv und Partizip: Infinitive Verbformen
Der Infinitiv
Die Endung des einfachen Infinitivs (Pr(sens Aktiv), der als solcher durch Person, Numerus, Modus und Tempus nicht weiter bestimmt ist, ist -en (les-en) oder -n (klapper-n, h(kel-n). Im einzelnen unterscheidet man folgende Infinitivformen:
Infinitiv Pr(sens Aktiv (loben, erwachen)
Infinitiv Futur I Aktiv (loben/erwachen werden)
Infinitiv Perfekt Aktiv (gelobt haben, erwacht sein)
Infinitiv Futur II Aktiv (gelobt haben/erwacht sein werden)
Infinitiv Pr(sens (Vorgangs)passiv (gelobt werden)
Infinitiv Perfekt (Vorgangs)passiv (gelobt worden sein)
Infinitiv Pr(sens (Zustands)passiv (ge(ffnet sein)
Infinitiv Perfekt (Zustands)passiv (ge(ffnet gewesen sein)
Das 1. Partizip
1) Das 1.Partizip (Pr(senspartizip oder Mittelwort der Gegenwart) wird mit der Endung -end bzw. - bei Verben auf -eln und -ern- -nd gebildet:
Die Lehrerin lobt ihn. - Die ihn lobende Lehrerin.
Er tanzte. - Er kam tanzend herein.
2) Das 1. Partizip ist zeitlich neutral und bezieht sich in der Regel auf den Zeitpunkt, der aus dem Tempus des Finitums hervorgeht.
Die bl(henden Blumen erfreuen uns / erfreuten uns / werden uns erfreuen.
3) Die Form „zu …-nd-„ entspricht dem lateinischen Gerundiv(um), sie hat passivische Bedeutung, mit ihr wird eine Notwendigkeit oder M(glichkeit ausgedr(ckt. Sie kann nur von transitiven Verben gebildet und wird nur attributiv gebraucht.
Das ist ein nicht zu billigender Schritt. Krok, s nímž nelze souhlasit
Das 2. Partizip
Die Verbform, mit der im Deutschen das Perfekt wird und die als 3.Stammform h(ufig in W(rterb(chern und Grammatiken erscheint, hei(t 2.Partizip, Perfektpartizip oder Mittelwort der Vergangenheit.
1) Das 2. Partizip der regelm((igen Verben wird mit -t oder -et, das der unregelm((igen Verben mit -en gebildet. Bei beiden Gruppen wird in der Regel das Pr(fix ge- gebraucht:
(regelm((ig) ge-lob-t, ge-red-et
(unregelm((ig) ge-bund-en, ge-worf-en, ge-sung-en
2) Bei den 2.Partizipien trennbarer Verben wird ge- nicht vorangestellt, sondern zwischen Partikel und Verb gesetzt. Entsprechendes gilt auch f(r Verben, die aus einer syntaktischen F(gung entstanden sind:
abh(ren - abgeh(rt, einsehen - eingesehen, hinfallen - hingefallen
3) Folgende Verbgruppen bilden das 2.Partizip ohne ge-:
Verben mit untrennbaren Pr(fixen (besucht, entkommen, verfahren)
Verben mit Sufix -ier-en (studiert, rasiert)
Einige andere Verben, die nicht auf der ersten Silbe betont sind (prophezeit)
Besonderheit: Ersatzinfinitiv statt 2.Partizip
Bei bestimmten Verben, die sich mit einem Infinitiv verbinden k(nnen, wird das 2.Partizip im haben-Gef(ge (Perfekt, Plusquamperfekt, Futur II, Infinitiv Perfekt) durch den Infinitiv ersetzt (sog. Ersatzinfinitiv).
a) fest ist dieser Gebrauch bei den Modalverben und bei brauche (selbst mit zu)
Er hat kommen m(ssen(nicht gemu(t).
Die Verben hei(en, lassen, sehen stehen (berwiegend im Infinitiv
Er hatte mich kommen hei(en (selten: gehei(en)
Die Verben (f(hlen, helfen, h(ren) stehen heute sowohl im Infinitiv als auch im
2.Partizip.
Sie hat ihn gestern abend kommen h(ren (neben: geh(rt)
Im 2.Partizip stehen im allgemeinen die Verben lehren, lernen, machen:
Er hat mich lachen gemacht. (selten: machen)
Im Infinitiv Perfekt tritt das 2.Partizip nur auf, wenn haben am Ende steht:
Ich erinnere mich, ihn laufen gesehen zu haben.
Sonst steht auch hier der Ersatzinfinitiv:
Sie wird ihn haben laufen sehen.
Zum Gebrauch des 2. Partizips
Das wie ein Adjektiv gebrauchte 2.Partizip der transitiven Verben wird in der Regel auf ein Substantiv bezogen, das in einem entsprechenden Aktivsatz Objekt bzw. In einem Passivsatz Subjekt ist.
Der geha(te Feind. - Er ha(t seinen Feind. / Der Feind wird geha(t.
Das 2.Partizip der intransitiven Verben steht im allgemeinen bei einem Substantiv, das in einem entsprechenden Aktivsatz Subjekt ist:
Die untergegangene Sonne - Die Sonne geht unter.
Mit den Partizipien der imperfektiven transitiven Verben wird das mit dem Verb genannte Geschehen oder Sein im allgemeinen auf die Zeit bezogen, die mit der finiten Verbform des Satzes angegeben wird (sie bilden somit geradezu „ein passives Gegenst(ck“ zum „aktiven“ 1.Partizip).
Er pflegte/pflegt das geliebte Kind. Ein von zwei Lokomotiven gezogener Zug fuhr/f(hrt in den Bahnhof ein. Das gest(tzte Dach spendete/spendet Schatten.
Mit den Partizipien der perfektiven intransitiven bzw. Transitiven Verben wird im allgemeinen angegeben, da( ein Geschehen oder Sein vollendet ist, da( aber das Ergebnis als Zustand in der vom Finitum genannten Zeit andauert(trvat) und nachwirkt(dále účinkovat).
Ein gebundenes Buch lag/liegt auf dem Tisch. Sie rollten/rollen ein gef(lltes Fa( auf die Stra(e. Das in F(ulnis (bergegangene Fleisch war/ist ungenie(bar.
Die genera Verbi (Aktiv, Vorgangspassiv, Zustandspassiv)
Mit Hilfe des Genus verbi wird das Verhältnis des grammatischen Subjekts zum Geschehen im Satz ausgedrückt. Zu unterscheiden sind dabei das Aktiv, das Vorgangspassiv und das Zusatandspassiv. Die charakteristischen Bedeutungen der Genera verbi (lat. - ‚Geschlecht des Verbs‛) werden besonders beim passivfähigen Verb deutlich.
Das Aktiv
Das Aktiv bezeichnet bei Tätigkeitsverben eine Handlung des Subjekts. Ein Objekt kann dabeistehen.
Die Kinder spielen. Ich las den Roman. Ich helfe dem Freund.
Das Aktiv kann auch einen Vorgang oder Zustand bezeichnen. Vorgangs- und Zustandsverben sind nicht passivfähig.
Die Sonne scheint. Die Rose blüht. Die Tage werden kürzer.
Nur im Aktiv kommen Impersonalia vor, bei denen eigentlich gar kein Subjekt zum Ausdruck kommt (es ist Scheinsubjekt).
Es donnert. Es hat geklopft. Es grünt und blüht. Was gibt´s?
Das Vorgangspassiv
Im Passiv wird das Akkusativobjekt des Aktivsatzes zum (grammatischen) Subjekt. Die Bezeichnung des Agens (des Täters) kann im Passivsatz fehlen oder wird Präpositionalobjekt, als Urheber mit von, als Ursache oder Mittel mit durch (dreigliederiges Passiv). Es gibt Fälle, wo man im Gebrauch der Präposition schwanken kann:
Er trifft das Ziel. Das Ziel wird von ihm getroffen.
Bomben zerstörten Dresden. Dresden wurde durch Bomben zerstört.
Sputniks umkreisen die Erde. Die Erde wird von (durch) Sputniks umkreist.
Die Blickrichtung ist also in den Genera verschieden. Weil das Akkusativobjekt des Aktivsatzes zum Subjekt im Passiv wird, spricht man auch von "Umkehrrichtung" (Schmidt, Grudfragen, S.208).
Das Wesen des Passivs liegt aber nicht nur in der umgekehrten Blickrichtung. Folgendes ist zu beachten:
Mann kann bei transitiven Verben ein Vorgangspassiv ohne Nennung des Agens bilden (zweigliedriges Passiv):
Das Ziel wurde getroffen. Die Abhandlung wurde gedruckt.
Bei intransitiven Verben, soweit diese ein Passiv bilden können, stellt das subjektlose Passiv eine Tätigkeit ohne Angabe des persönlichen Urhebers und teilweise auch ohne Angabe des Ziels dar.
Solange verhandelt wird, wird nicht geschossen. Davon muss gesprochen werden. Der Toten wurde gedacht.
Eine Anzahl Verben, die einen Akkusativ bei sich haben können, aber keine aktive Handlung des Subjekts bezeichnen, bilden kein Passiv. Es handelt sich um Verben wie haben, bekommen, wissen, kennen, anmuten, kosten, umfassen, betragen sowie es gibt.:
Wir haben schönes Wetter, zuverlässige Freunde. Es gibt jetzt Erdbeeren.
Dazu gehören auch die Verben mit dem Akkusativ des Inhalts.
Dieses Buch enthält Novellen von Keller. Ich habe das Buch von einem Freund bekommen.
Reflexive Verben und der Akkusativ mit Infinitiv (A.c.I.) werden in der Literatursprache nicht ins Passiv gesetzt.
Das Zustandspassiv
Ausser dem Vorgangspassiv, das aus werden + Partizip II gebildet wird, gibt es noch das Zustandspassiv, das aus sein + Partizip II von Tätigkeitsverben gebildet wird und einen Zustand kennzeichnet, der Resultat einer vorausgegangenen Tätigkeit ist. Der Täter wird im Zustandspassiv nur äusserst selten genannt. Man muss Vorgangs- und Zustandspassiv klar unterscheiden.
Das Fenster wurde geöffnet. Der Fenster ist geöffnet.
Merke:
Das Zustandspassiv darf nicht mit Formen intransitiver Vorgangsverben verwechselt werden, die ihre zusammengesetzten Zeiten im Aktiv mit sein bilden:
Die Rose ist verblüht. Der Kollege ist ganz überraschend gestorben.
Zum stilistischen Gebrauch des Passivs
Soll das Ziel der Handlung zugleich Gegenstand der Aussage sein, so ist das syntaktisch nur im Passiv möglich:
Die 5. Klasse wird von Frau Meier unterrichtet.
Der Täter kann unbekannt sein.
In der Nacht zum Montag wurde in dem Juweliergeschäft ein Einbruch verübt.
Das Passiv eignet sich gut für allgemeingültige Aussagen:
Unter Materie wird die objektive Realität verstanden, d.h. alles, was ausserhalb und unabhängig vom menschlichen Bewusstsein existiert.
Für das Futur I des Passivs verwendet man in der Umgangssprache fast immer das Präsens.
Ich werde erwartet.
Konkurrenzformen des Passivs
Konkurrenzformen des Passivs ohne modale Komponente
Die persönlich-unbestimmte Konstruktion mit man ist zwar agensbezogen, aber die Agensangabe ist unbestimmt und nicht spezifiziert:
Man rief nach einem Arzt, nach der Polizei.
die Reflexivkonstruktion, bei der sich das Verb und das Reflexivum auf ein Subjekt beziehen, das das Patiens nennt.
Plötzlich öffnet sich die Tür.
Intransitive lexisch-semantische Varianten von Verben, die sowohl intransitive als auch transitive Sememe besitzen:
Das Museum öffnet sonntags zehn Uhr und schliesst siebzehn Uhr.
Bei der Konstruktion bekommen / erhalten / kriegen (umg.) + Partizip II wird die Bezeichnung des Adressaten syntaktisches Subjekt:
Eine Erkenntnis, die der Zuschauer leider nur aus dem Kommentatortext vermittelt bekommt.
Funktionsverbfügungen mit Passivbedeutung bestehen aus einem Substantiv, das von einem transitiven Verb abgeleitet wurde, und einem der Funktionsverben erfahren, erhalten, finden, gelangen, geniessen u.a.
Seine Leistung hat allgemeine Anerkennung gefunden (= ist allgemein anerkannt worden)
Der Gelehrte geniesst in Fachkreisen grosse Achtung.
Verbalsubstantive können auch mit Ereignisverben kombiniert werden:
Die Abscheidung des Kupfers geschieht entweder durch Zementation mit Eisen oder durch Elektrolyse.
Konkurrenzformen des Passivs mit modaler Bedeutungskomponente
von Verben abgeleitete Adjektive auf –bar, -lich bezeichnen die Eignung einer Sache für eine Tätigkeit, eine Möglichkeit
Die Strasse nach Elend ist nicht befahrbar.
Die Fügung sein + zu + Infinitiv ist nicht eindeutig; sie kann eine Möglichkeit (Ersatz durch können + Passiv) oder eine Forderung (Ersatz durch sollen oder müssen + Passiv) ausdrücken:
Diese Aufgabe ist zu lösen (= kann/soll gelöst werden.)
Ähnlich verhält es sich mit dem Gerundiv (lat. gerundivum ‚auszuführend‛), dem attributiven Partizip I mit zu:
die zu erwartende Nachricht (= die Nachricht, die erwartet wird)
Reflexivkonstruktionen mit lassen oder mit Modalergänzung:
Dieses Material lässt sich biegen, dehnen, gut verarbeiten.
Diese Ware verkauft sich gut.
Konstruktion aus es gibt / bleibt + zu + Infinitiv:
Es gibt jetzt eine Menge Arbeit zu tun (= Es muss.... getan werden)
Funktionsverbfügungen aus bedürfen + Verbalsubstantiv im Genitiv:
Solche Beispiele bedürfen einer besonderen Erörtung und Erläuterung. (= müssen besonders erörtert und erläutert werden).
Die Modi (Indikativ, Konjunktiv, Imperativ)
Ein Geschehen kann vom Standpunkt des Sprechers als wirklich, vorgestellt, möglich, vermutet, erwünscht, befohlt, erforderlich, unsicher, zweifelhaft, nichtwirklich dargestellt werden. Er kann die Rede eines anderen wiedergeben, mit mehr oder weniger persönlicher Zustimmung. Um diese unterschiedlichen Geltungsgrade, die Modalität der Aussage, auszudrücken hat die Sprache verschiedene lexikalische, syntaktische und morphologiesche Mittel zur Verfügung. Lexikalische Mittel sind die Modalwörter (hoffentlich, sichr, vermutlich, leider u.a.), Partikeln (also, beinahe, fast, geradezu usw) und Modalverben. Syntaktische Mittel sind vor allem haben und sein mit folgendem Infinitiv mit zu, sowie die Umschreibung mit würde. Morphologische Mittel, die Modalität ausdrücken, sind die Modi (lat. modus = Art und Weise, d.h. die Aussageweisen des Verbs: der Indikativ, der Konjunktiv, der Imperativ.
Der Indikativ
Der Indikativ (lat. indicare = ‚anzeigen‛) ist der häufigste, weil neutrale Modus. Er stellt einen Sachverhalt als gegeben dar. Die Gültigkeit der sprachlichen Äusserung ist dabei nicht eingeschränkt.
Der Indikativ steht im einfachen Satz und im Hauptsatz, auch bei energischem Befehl.
Der Indikativ steht im Nebensatz, wenn dessen Aussage als wirklich vorgestellt wird. (z.B. Konditionalsatz.)
Der Indikativ steht in der indirekten Rede nach Verben des Sagens, Erwartens, Hoffens, Versprechens, Fürchtens u.a. im Präsens, besoders wenn sie in der 1.Person Singular oder Plural gebraucht werden. Ich glaube, dass er im Recht ist. XXX Ich glaubte, er komme/käme.
Der Konjunktiv
Zum Wesen des Konjunktivs (lat. conjungere = ‚verbinden‛) ist folgendes zu sagen:
Der Konjunktiv ist heute durch eine grosse Vielfalt von Gebrauchsweisen und durch dadurch bedingte Vieldeutigkeit gekennzeichnet. Der Konjunktiv bezeichnet das Nichtwirkliche und nicht Überprüfte im weitesten Sinne, d.h. die Aufforderung, den Wunsch, das Ungewisse, das Nichttatsächliche, das mittelbar Berichtete.
Zwischen zeitlichen Bedeutungen des Indikativs und des Konjunktivs besteht keine Parallelität. Z.B. Im Gegensatz zum Indikativ hat der Konjunktiv des Präteritums keine Vergangenheitsbedeutung. Er kann wie das Präsens gegenwärtiges Geschehen bezeichen. Will man die Vorzeitigkeit des Geschehens im Nebensatz ausdrücken, so muss man den Konjunktiv des Perfekts oder Plusquamperfekts setzen. Im konjunktivischen Hauptsatz steht Vollendetes oder vollendet Gedachtes immer im Konjunktiv Plusquamperfekt (Ich hätte dich fragen können.)
Unter Konjunktiv I versteht man die Konjunktive des Präsens, des Perfekts und des Futurs I, unter Konjunktiv II die Konjunktive des Präteritums und des Plusquamperfekts.
Funktionsbereich I: Aufforderung und Wunsch
Hauptsatz
Konjunktiv I Dem Autor sei Dank, Modalverben Man möge es verstehen oder verurteilen. Das wolle Gott verhüten. trinke man. In mathematischen Fachtexten, in Anweisungen und Anleitungen auf Rezepten und in Redewendungen und Formeln (Gott sei Dank. In der Zeichnung sei die Ellipse eine Planetenbahn. Man nehme täglich dreimal eine tablette)
Nebensatz
(Wunschsatz, Finalsatz): wenn hier Konjunktiv I auftritt, dann handelt es sich um die indirekte Wiedergabe eines direkt geäusserten Wunsches, einer Bitte oder Aufforderung. Die Form der direkten Äusserung kann der Imperativ sein, der Konjunktiv I oder eine Infinitivfügung mit sollen.
Wunschsatz: (entweder dass oder uneingeleitet mit mögen)
:und so bat ich Gott, er möge es doch einrichten,
: und so bat ich Gott, dass er es so einrichte…
Finalsatz damit, auf dass, dass
: Die Kinder dürfen noch ein wenig aufbleiben, auf dass ihnen das Erwachsenengespräch zum Vorteil gereiche.
Funktionsbereich II: Irrealität und Potentialität
Der Konjunktiv II dient als Zeichen dafür, dass der Sprecher seine Aussage nicht als Aussage über Wirkliches verstanden wissen will, sondern als eine gedankliche Konstruktion, als eine Aussage über etwas nur Vorgestelltes, nur möglicherweise Existierendes. In diesem Sinne ist der Konjunktiv II ein Modus der Irrealität und Potentialität; man spricht auch vom Coniunctivus irrealis bzw. Coniunctivus potentialis.
Haupsatz
Irrealer Aussage- und Fragesatz
Das wäre schön. An seiner Stelle hätte ich anders gehandelt.
Irrealer Wunschsatz
Wenn sie doch jetzt da wäre! Wäre sie jetzt doch da!
Nebensatz
Konditionalsatz
Irrealer Konzessivsatz (Auch wenn man mir 100 Mark anböte, verkaufte ich das Buch nicht.)
Exzeptivsatz (eine Variante des Konditionalsatzes) Er ist verloren, es geschähe den ein Wunder.
Modaler Relativsatz (als, als ob) …sagte sie, als ob meine Grossmutter daran schuld wäre.
Irrealer Konsekutivsatz (als dass, dass; Korrelat so oder zu) Er ist nicht so klug, als dass er alles wüsste.
Relativsatz Ich kenne ein gutes Mittel, das in der Apotheke zu bekommen wäre.
Funktionsbereich III: Indirekte Rede
Der Normalmodus der indirekten Rede ist der Konjunktiv. Er kann immer gewählt werden und ist daher niemals falsch.
Für Fälle, in denen der Indikativ statt des Konjunktivs steht, lassen sich keine festen Regeln formulieren, sondern nur Tendenzen im Gebrauch beschreiben und Empfehlungen geben: Je mehr sich die geschriebene Sprache in ihrem Stil- und Normniveau der gesprochenen Sprache annähert, desto größer ist die Neigung, den Indikativ zu setzen.
Wenn die einleitende Konjunktion daß fehlt, steht der Konjunktiv im Satz zwingend, weil er - neben der Pronominalverschiebung - das einzige Merkmal für die indirekte Rede bildet.
Dasselbe gilt für die sogenannte berichtete Rede - eine Folge mehrere in indirekte Rede umgewandelter Sätze.
(Oskar versicherte), daß sie das Feuer nicht gelegt hätten. Vielleicht seien es die Lehlinge der Schichauwerft gewesen, vielleicht aber auch Leute vom Westerlandverband. Die Stäuber seien keine Brandstifter gewesen… (G. Grass)
Der Indikativ steht bei indirekter Rede mit "daß" vor allem dann, wenn diese etwas allgemeingültiges wiedergibt, also etwas, was auch zum Zeitpunkt der Berichterstattung wahr ist:
Sabine sagte: "Der Schlüssel liegt jeweils unter der Fußmatte." (Sabine sagte, daß der Schlüssel jeweils unter der Fußmatte liegt.
Der Indikativ steht allgemein, wenn der übergeordnete Satz die Einstellung des Sprechenden zum Ausgesagten wiedergibt. Es liegt dann eigentlich gar keine indirekte Rede vor; entsprechend ist die Umformung in direkte Rede nicht möglich:
Ich glaube, daß sich dieses Problem lösen läßt / dieses Problem läßt sich lösen.
Zur Tempusumwandlung in indirekter Rede
Wenn der Indikativ beibehalten wird, ändert sich in der Regel auch das Tempus der direkten Rede nicht:
Wenn der Indikator der direkten Rede nicht beibehalten wird, sind die folgenden Entsprechungen zwischen den indikativischen und den konjunktivischen Formen zu beachen.
IndikativKonjunktivKonjunktiv IKonjunktiv IIPräsens (1)PräsensPräteritum/Futur IPräteritum (2)Perfekt (3)PerfektPlusquamperfekt/Futur IIPlusquamperfekt (4)Futur I (5)Futur IFutur IFutur II (6)Futur IIFutur II
Das Verb des übergeordneten Satzes beeinflußt die Wahl des konjunktivischen Tempus nicht.
Der Angler sagt(e): "Wir plaudern, und das Wasser steigt."
( Der Angler sagt(e), daß sie plaudern, plauderten, plaudern würden und das Wasser
steige/stiege/steigen würde.
Sie sagt(e): "Mein Mann war nie dabei."
( Sie sagt(e), daß ihr Mann nie dabeigewesen sei/dabeigewesen wäre/dabeigewesen sein
würde.
Betty sagt(e): "Dieses Bild habe ich immer besonders geliebt."
( Betty sagt(e), dieses Bild habe/hätte sie immer besonders geliebt/würde sie immer
besonders geliebt haben.
Vera erzählt(e):"Manchmal hatte Vater mich rufen lassen, und ich hatte ihm etwas
vorgelesen.
( Vera erzählt(e), ihr Vater habe/hätte sie manchhmal rufen lassen und sie habe/hätte
ihm etwas vorgelesen/ ihr Vater würde sie manchmal haben rufen lassen und sie
würde ihm etwas vorgelesen haben.
In einem Sachbuch heißt (hieß) es: "Ohne Sauerstoffmaske wird man sich auf dem Mars
Mars nicht bewegen können.
(In einem Sachbuch heißt (hieß) es, daß man sich ohne Sauerstoffmaske auf dem Mars
nicht werde/würde bewegen können.
Ein Verlagsprojekt kündigt(e) an: "Bis zum Jahresende wird die erste der insgesamt zwölf
Lieferungen erschienen sein."
( Ein Verlagsprojekt kündigt(e) an, daß bis zum Jahresende die erste der insgesamt
zwölf Lieferungen erschienen sein werde/würde.
Zur Wahl zwischen Konjunktiv I und II
Wenn eindeutige Formen des Konjunktivs I zur Verfügung stehen, sind sie gegenüber Formen des Konjunktivs II vorzuziehen. Als eindeutig gelten alle Konjunktivformen, die sich äußerlich vom Indikativ unterscheiden. Besonders deutlich sind die folgenden:
alle Formen des Verbs sein
die Singularfomen der Verben wollen, sollen, müssen, dürfen, können, mögen, wissen
die 3.Person Singular der übrigen Verben mit der Endung -e
Wenn sich die Fomen des Konjunktivs I nicht von denen des Indikativs unterscheiden, verwendet man den Konjunktiv II.
Wenn in der direkten Rede Formen des Konjunktivs II stehen, bleiben sie in der indirekten Rede erhalten.
Der Imperativ
Der Imperativ (lat. imperare = ‚befehlen‛) wird in der Regel im selbständigen Satz gebraucht. Seine Form
Vloženo: 24.04.2009
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