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NJII_275 - Abschlussprüfung - Magister
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Am reinsten kommt der Expressionismus in der Lyrik, in monologischen Reflexionen und im Gefühl schwelgenden Tönen zum Ausdruck. Die früheste Anthologie, "eine rigorose Sammlung radikaler Strophen" (u.a. E. Blass, G. Heym, E. Lasker-Schüler) wird 1912 von Kurt Hiller (1885-1972) unter dem Titel 'Der Kondor' herausgegeben.
Das Drama wendet sich von naturalistischen Milieuschilderungen und impressionistischen Stimmungsmalerei wieder dem Symbolhaften und typenhaft verkörperten Ideen zu. Im Umkreis von 'Charon' fließen die Grenzen zwischen Lyrik und Drama noch, so bei Wolfskehl und Mombert.
Am schwächsten kann sich der Expressionismus in der Epik durchsetzen, wo er am ehesten noch in der kleinen Form von Erzählung und Novelle aufzuspüren ist. Trotz mancher surrealistischen Momente ist die Verpflichtung der großen Epiker dieser Epoche auf eine realistische Gestaltung unverkennbar. Zu den expressionistischen Anfängen muß auch das Versepos Theodor Däublers (1876-1934) gezählt werden, ein pathetisches Lehrgedicht mit eigener Mythologie in mehr als 30 000 Versen.
Der junge Werfel (1890-1945) ist als Lyriker und Dramatiker Exponent derjenigen Expressionisten, die weniger politisch als allgemein-moralisch die menschliche "Bruderschaft" feiern.
Georg Heym (geh. 1887) hat vor seinem frühen Tod (1912 im Wannsee ertrunken) die expressionistische Lyrik mit starken, die Kulturkatastrophe vorausahnenden Visionen nachhaltig beeinflußt ('Der ewige Tag', 'Umbra vitae').
Carl Sternheim (1878-1942) ist neben G. Kaiser der wichtigste Dramatiker des Expressionismus. Satirische Demaskierung der Gesellschaft war die Intention seiner Komödien, die er mit dem bezeichnenden Titel 'Aus dem bürgerlichen Heldenleben' als Zyklus gestaltete.
Georg Kaisers (1878-1945) Dramen, insgesamt rund siebzig, waren die meistgespielten dieser Epoche. Kaiser konstruierte außengelenkte menschliche Schicksale, deren innere Gegensätze sich wie etwa in den 'Bürgern von Calais' in einer Mischung freier und willkürlicher Entscheidung auflösen.
Fritz von Unruh (1885-1970) wandelte sich im l. Weltkrieg wie viele andere Schriftsteller zum entschiedenen Pazifisten. Sein Drama 'Geschlecht' wurde zum pathetischen Antikriegsbekenntnis. Doch schon in den (thematisch Kleists 'Prinzen von Homburg' verwandten) 'Offizieren' setzt er sich kritisch mit der Dialektik von Gehorsam und Verantwortung auseinander.
Reinhard Joh. Sorge (1892-1916) steht für die im Expressionismus durchaus mitangelegte Wandlung einer allgemeinen Sehnsucht nach dem "neuen Menschen" (Der Bettler) zu tiefer, auch konfessionell (hier kath.) gebundener Religiosität.
Ernst Barlachs (1870-1938) erstes Drama, 'Der tote Tag', schlägt bereits das auch in weiteren eigenen wie anderer Expressionisten-Dramen variierte Thema der Vater-Sohn-Beziehung an, hier freilich ins für Barlach grundsätzlich gültige Mythenhafte gesteigert: als Dualismus zwischen väterlicher Geist-Welt und mütterlicher Erd-Welt.
Walter Hasenclever (1890-1940) etwa wird dieses Thema 1914 als politische Demonstration gegen den "Vater" als Symbolfigur herrschender Autoritäten gestalten (vgl. auch Wildgans, 'Dies irae", oder Werfels Erzählung 'Nicht der Mörder ...'). Der Pazifist Hasenclever galt lange als der Exponent der revolutionär-politischen Richtung des Expressionismus, wandte sich später freilich mehr unterhaltsamen Komödien zu.
In Gedichten und "Novellen" überträgt Gollfried Benn (1886-1956) seine Erfahrungen als Arzt in grelle Visionen allgemeiner Krankheit und Verwesung, aus denen auch die Suche nach mythischen Urgründen spricht. Sein rauschhaft artikulierter Antirationalismus ließ Benn vorübergehend politisch in gefährlicher Nähe zum Nationalsozialismus geraten, in dem er das erstrebte "mythische Kollektiv" zu finden hoffte. Seine Scharfsicht bewahrte ihn jedoch vor einer endgültigen Kompromittierung.
Bereits das erste Kriegsjahr raffte zwei große expressionistische Lyriker hin: den Elsässer Ernst Städter (geh. 1883) und den Salzburgcr Georg Trakl (geh. 1887). 1915 fiel der bedeutendste Lyriker des 'Sturm'-Kreises, August Stramm (geb. 1874). Trakl freilich fiel nicht auf dem "Feld der Ehre", sondern zerbrach innerlich an den Kriegserlebnissen, die den überaus sensiblen Dichter völlig zerrüttet hatten. Sein Gedichtband von 1914, 'Sebastian im Traum', mit Texten, die zuvor schon im 'Brenner' erschienen waren, zeichnet den Menschen inmitten der Finsternisse von Sünde, Schuld, Leid und Vergänglichkeit. Traum und Wirklichkeit mischen sich in Hölderlin-nahen Versen. „Verfall“, 'Trübsinn', 'Klage' sind einige sprechende Titel seiner schwermüt. Gedichte.
Revolutionär in Wort und Tat war Ernst Toller (1893-1939), nachdem auch ihn der Krieg zum entschiedenen Pazifisten gemacht hatte. 1918 beteiligte er sich an Eisners Umsturz in Bayern. 1919 erscheint sein Drama 'Die Wandlung', dem weitere dramatische und lyrische Anklagen gegen politische und soziale Knechtung des Menschen folgen (u.a. 'Das Schwalbenbuch' von 1924).
Mit seiner aktiven Mitgliedschaft in der KPD (seit 1919) zieht Johannes R. Becher (1891-1958) politische Konsequenzen aus dem Erlebnis des Krieges, dem er schon früh die pazifistische Mahnung seiner Gedichte ('Verbrüderung' 1916) entgegengestellt hatte. Sein Drama 'Arbeiter, Bauern, Soldaten' von 1912 ist in seiner pathetischen Grundaussagc (der "Weg eines Volkes zu Gott") freilich noch weit von kommunistischen Programmatik entfernt.
Else Lasker-Schüler (1869-1945). für G. Benn, mit dem sie neben P. Hille, Th. Däubler, Trakl u.a. befreundet war, die "größte Lyrikerin, die Deutschland je hatte", schuf in ihren Gedichten eine eigene phantastische Welt, in der sich jüdische Religiosität, deutsche Traditionen, Orientalisches und aktuelle Existenzproblematik mischten. 'Die gesammelten Gedichte' von 1917 vereinigen bereits früher Erschienenes (u.a. aus 'Styx' 1912, "der siebente tag' 1905. 'Hebräische Balladen' 1913).
Obwohl er in die berühmte Anthologie 'Menschheitsdämmerung' keine Aufnahme fand, galt Max Herrmann-Neisse (eigtl. M. Herrmann, aus Neiße, 1886-1941) von Anfang an als einer der gültigsten Vertreter des Expressionismus. Berühmt wurde er durch seinen Gcdichthand 'Sie und die Stadt' von 1914. Ihm folgten noch zahlreiche Lyrikveröffentlichungen, ein schon 1914 konzipierter Antikriegsroman ('Cajetan Schaltermann') sowie Dramen. Er war Mitarbeiter an Pfemferts „Aktion“ und an den 'Weissen Blättern' (von R. Schickele).
Während die Anfange Döblins eindeutig dem Expressionismus zuzuordnen sind, ist Kafkas Werk, von dem nur weniges zu seinen Lebzeiten erscheint, von vornherein eine weit über den Expressionismus hinuausweisende weltliterarische Größe.
Sein Freund und späterer Nachlaßverwalter Max Brod (1884-1968) tritt 1916 mit einem historischen Roman um den Hofastronomen Kaiser Rudolfs II., Tycho Brahe, hervor, der als Typus des um die Befreiung der Welt leidenden expressionistischen Menschen gestaltet ist.
Verhältnismäßig spät, gleichsam schon rückblickend erscheinen theoretische Versuche über den Expressionismus, von Kornfeld und Edschmid, während der überaus flexible Hermann Bahr schon 1914 mit einer Programmschrift auf die Szene getreten war. Die Lyriksammlungen von 1919-21 sind ebenfalls schon späte Ernten dieser überaus reichen literarischen Epoche.
Literarische Kreise
Der Sturm(1910-32, H. Walden, Berlin)Die Aktion (1910-32, F. Pfemfert, Berlin)Revolution (1913, München)Die neue Kunst (1913/1914, München)Die Fackel (1899-1936, K. Kraus, Wien)Der Brenner (1910-14, G. Trakl, Innsbruck)Cabaret Voltaire (1916, Apollinaire, Huelsenbeck, Arp, Ball, Zürich)Der neue Club (1909-14, Berlin)E. Rowohlt(Verlag)K. Wolff (Verlag)
Thomas Mann. Heinrich Mann
Thomas Mann (1875-1955)
Thomas Mann wurde als Sohn des Speditionskaufmanns und späteren Senators Heinrich Mann und dessen Frau Julia (geb. Bruns) am 6. Juni 1875 in Lübeck geboren. Bereits als Schüler verfaßt er Prosaskizzen und Aufsätze für die von ihm mitherausgegebene Zeitschrift "Der Frühlingssturm. Monatszeitschrift für Kunst, Literatur und Philosophie".
Seine erste Novelle "Gefallen" erschien 1894 in der Zeitschrift "Die Gesellschaft".
Aufgrund des Erfolgs seiner ersten Veröffentlichung gibt er seine Stellung auf und entschließt sich, als freier Schriftsteller zu arbeiten. Er schreibt sich zunächst als Gasthörer an der Münchener Technischen Hochschule ein, um sich auf eine journalistische Laufbahn vorzubereiten. Er war u. a. als Lektor und Korrektor bei der satirischen Zeitschrift Simplicissimus tätig.
Simplicissimus
Die deutsche satirische Wochenzeitschrift "Simplicissimus" (lat. "der Einfältigste") erschien ab 1896 in München unter der Leitung von Albert Langen (1869-1909) und war ein bürgerlich-demokratisches Kampfblatt allerdings ohne formuliertes politisches Programm. Seinen großen Erfolg - 1897 erschien die Auflage in 15.000 Exemplaren, 1904 bereits in 85.000 - verdankte der "Simplicissimus" sowohl seiner geistvoll streitbaren politischen Aktualität als auch der künstlerischen Qualität seiner Zeichnungen und Literaturbeiträge.
Nach Beginn des ersten Weltkrieges gab der "Simplicissimus" seine oppositionelle Haltung auf und öffnete sich Nationalismus und Chauvinismus. Er wurde noch bis 1944 herausgegeben, doch den Erfolg der Vorkriegszeit hat er nicht mehr erreichen können.
Auf einer Urlaubsreise nach Dänemark 1899 entsteht die Novelle Tonio Kröger.
Die Erzählung Tonio Kröger beschreibt einige Lebensphasen eines jungen Mannes, ab seinem vierzehnten Lebensjahr. Tonio ist der Sohn eines Konsuls, also aus sehr angesehenem Haus. Seine Mutter ist aus dem Süden und heißt Consuelo Kröger. Tonio achtet seinen Vater und empfindet sehr starke Gefühle für seine Mutter. Diese hat ein feuriges Temperament und liebt ihren Sohn mit all seinen Fehlern und Mängeln. Tonio ist nicht sehr beliebt bei den Lehrern und bringt auch keine guten Noten nach Hause.
Er ist ein sehr empfindsamer Mensch. Seine Lieblingsgewohnheiten sind Geige spielen, träumen von schönen Stellen der Natur und das Dichten von Reimversen. Konsul Kröger ist sehr verärgert über die schlechten Leistungen, die sein Sohn in der Schule erbringt. Für seine Mutter dagegen sind die schulischen Leistungen nur eine Nebensache und sie liebt ihren Sohn, so wie er ist. Tonio ist sehr gerne mit seinem Freund und Klassenkameraden Hans Hansen zusammen, der ebenfalls aus einem angesehenen Haus stammt.
Hans ist allein schon vom Aussehen her das Gegenteil von Tonio und er geht auch anderen Beschäftigungen, wie zum Beispiel dem Reiten, nach. Er ist sehr gut in der Schule und wird von jedem, auch von den Lehrern, hoch angesehen. Tonio empfindet für Hans ein sehr starkes Liebesgefühl. Tonio geht sehr gerne mit Hans spazieren und in ihm kommt eine Art Traurigkeit hoch, wenn sie dann von einem anderen Klassenkameraden, wie Erwin Jimmerthal, dem Sohn eines Bankdirektors, in ihren Unterhaltungen gestört werden. Hans ist auch gerne mit Tonio zusammen unterwegs, aber er sieht dies eben als normale Freundschaft an und versteht Tonio auch öfters nicht.Ab Tonios sechzehnten Lebensjahr ist er in Ingeborg Holm, die Tochter von Doktor Holm, verliebt. Inge erwidert seine Liebe aber nicht.
Tonio empfindet für Inge mehr und anders als für Hans Hansen. Obwohl er sich aus Tanzstunden nichts macht, besucht er sogar diese, um in ihrer Nähe sein zu können, aber auch dadurch erzielt er keine Erfolge. Magdalena Vermehren dagegen, die Tochter des Rechtsanwaltes Vermehren, bewundert seine Gedichte und ihn selbst. Sie ist im Gegensatz zu der schönen blonden Inge eher ein tollpatschiges Mädchen. Magdalena tanzt gerne mit Tonio und ist sehr gerne in seiner Nähe, was ihn nicht umstimmen kann und was er auch keineswegs erwidert.
Tonios weiterer Lebensweg führt ihn nach einigen traurigen familiären Veränderungen auf Reisen. Seine Großmutter und sein Vater sterben kurz nacheinander, und als seine Mutter mit ihrem neuen Ehemann, einem Italiener, das Land verlässt, hält auch ihn nichts mehr in der vertrauten Umgebung. Tonio schreibt noch immer Gedichte und weiß noch nicht genau, was er werden will. Auf seinen Reisen, die ihn durch Komik und Elend führen, lernt er die Höhen und Tiefen des Lebens noch genauer kennen. Im Süden lässt sich Tonio nieder und führt dort ein planloses Leben, welches ihn selbst nicht gefällt.
Er bekommt die Macht der Einsamkeit zu spüren, und er fühlt, dass sein Herz ohne Liebe ist. Diesen Mangel glaubt er von seinem Vater zu haben, weil dieser auch ein, in seinen Augen, kalter Mensch war. Sein anstrengend sinnloses und ausschweifendes Leben schwächt seine Gesundheit, wodurch er sich einen neuen künstlerischen Stil aneignet. Tonio wird wählerischer und reizbarer gegen das Einfache. Durch diesen neuen Stil wird er bekannt.
Als Tonio etwas älter als dreißig ist, hat er feste Freundschaften zu anderen Künstlern und Künstlerinnen, wie zum Beispiel zu Lisaweta Iwanowna. Mit dieser unterhält er sich sehr ernsthaft über das (sein) Dasein als Künstler. Er vergleicht sich sowohl mit anderen Künstlern als auch mit anderen Bürgern und kommt zu dem Schluss, dass er sich seiner Ansicht nach noch nie unter den Menschen einordnen konnte. Zum Schluss seiner langen Erklärungen, erwidert ihm Lisaweta, dass er einfach nur ein Bürger auf Irrwegen sei, was ihm einen tiefen Schlag versetzt. Einige Monate später entschließt sich Tonio wieder zu reisen, und zwar nach Dänemark.
Er teilt Lisaweta mit, dass er über seinen Heimatort nach Dänemark reist, um dort wieder altvertraute Klänge zu hören (z.B. den Namen "Ingeborg") Als er auf seiner Reise in seinem Heimatort ankommt, stellt er fest, dass sich sehr viel verändert hat und ihm fremd geworden ist. Bereits am nächsten Tag setzt er seine Reise nach Kopenhagen fort. In Kopenhagen hält er sich drei Tage lang auf, um allerlei zu besichtigen. Dann fährt Tonio in Richtung Helsingör und dort angekommen, treibt es ihn zu einem entlegenem Hotel, wo er sich zunächst eine Zeitlang niederlassen will.
Tonio Kröger verbringt die meiste Zeit draußen in der Natur. Eines Tages kommt eine große Gesellschaft zum Feiern in das Hotel, und unter dieser befinden sich Hans Hansen und Ingeborg Holm. Tonio beobachtet am Abend, von einem stillen Winkel aus die Gesellschaft beim Tanz und vor allem beobachtet er Hans und Inge. Er empfindet die gleichen Gefühle wie damals und wird von beiden nicht wiedererkannt. Danach schläft er in Gedanken an diese beiden ein.
Manns größtes Prosawerk Buddenbrooks (1901) – ursprünglich als Gemeinschaftsarbeit der Brüder geplant – erschien in zwei Bänden und wurde von der Kritik begeistert aufgenommen.
Buddenbrooks. Der Verfall einer Familie
Personen: Johann Buddenbrook - Großvater von Thomas, Konsul Johann Buddenbrook - Vater von Thomas, Senator Thomas Buddenbrook, Christian Buddenbrook - Bruder von Thomas, Tony (Antonie) Buddenbrook - Schwester von Thomas, Clara Buddenbrook – Schwester von Thomas, Gerda Buddenbrook - Gattin von Thomas, Hanno (Johann) Buddenbrook - Sohn von Thomas
Inhalt: Die Geschäfte der Getreidefirma Johann Buddenbrook gehen glänzend. Im kleinen Kreise feiert Johann Buddenbrook die Einweihung des neuerworbenen staatlichen Hauses in der Mengstraße; nach dessen Tode übernimmt sein Sohn, Konsul Johann Buddenbrook, das Geschäft, während sein Halbbruder aus erster Ehe nach unstandesgemäßer Ehe in Hamburg lebt. Dessen drei nicht besonders schönen Töchter begleiten die Entwicklung des Hauses Buddenbrook mit neidischen Betrachtungen. Konsul Johann nimmt den ältesten Sohn, den klugen, gesundheitlich zarten Thomas, sehr bald in das Geschäft auf, während der zweite Sohn, der unbeständige Christian, ebenso wie die Tochter Tony mit ihrer Prunksucht und ihrem Hang zur Vornehmheit dem Vater beträchtliche Sorgen bereiten.
Die jüngste Tochter Clara ist ernst, still und brav. Als der Geschäftsmann Herr Grünlich um die Hand von Tony anhält, kommt dies dem Vater recht, da seine Firma Verluste erlitten hat. Während eines Erholungsurlaubes verliebt sich Tony in Morten, den Sohn eines Lotsenkommandeurs. Schließlich aber willigt sie, teils aus Verzweiflung, Morten standesgemäß nicht heiraten zu können, teils aus Familienbewusstsein, in eine Ehe mit Grünlich. Doch bald erweist sich Grünlich als Betrüger. Nach seinem völligen Bankrott kommt Tony mit ihrer Tochter Erika in die Mengstraße zurück; die Ehe wird geschieden. Als der Vater einem Schlaganfall erliegt, übernimmt der fleißige, korrekte Thomas die Firma.
Christian hingegen wird immer unbeherrschter und unbeständiger. Die fromme Clara wird Gattin des Pastors Tiburtius. Thomas hingegen heiratet Gerda Arnoldsen, eine vornehme Künstlernatur. Tony geht eine neue Ehe mit dem Münchener Geschäftsmann Permaneder ein; sein Bedürfnis nach Ruhe und Gemütlichkeit zerstört alle hochfliegenden Pläne Tonys, wieder kehrt sie ins Elternhaus zurück. Das Kind von Thomas und Gerda, Hanno, ist zart und sehr kränklich. Thomas ist inzwischen Senator geworden und lässt sich ein prachtvolles neues Haus errichten; die Hundertjahrfeier der Firma wird mit allen Ehren begangen.
Auch die Ehe Tonys Tochter, Erika, scheitert, da ihr Mann als Betrüger im Gefängnis endet und später verschwindet. Die zu große Belastung verbraucht Thomas frühzeitig; er beginnt an sich und seinem Erfolg zu zweifeln, Verluste stellen sich ein, und auch der körperlich und seelisch gebrechliche Hanno enttäuscht ihn. Auch Bruder Christian belastet durch sein ausschweifendes Leben das Geschäft mit Schulden. Ein Schlaganfall auf offener Straße macht dem Leben des Senators frühzeitig ein Ende. Die Firma wird liquidiert; Gerda zieht mit Hanno in ein kleineres Haus; Hanno stirbt im Alter von 15 Jahren.
Der männliche Stamm des Hauses Buddenbrook erlischt mit ihm.
1903 erschien die Novellensammlung "Tristan" – darin enthalten "Tonio Kröger". Im Gegensatz zu seinem Bruder vermeidet er gesellschaftskritische Inhalte und thematisiert den Gegensatz von Leben und Kunst. Seine Künstlernovellen sind als Gleichnisse zu sehen, in denen die Individuen als gesellschaftliche Typen gezeichnet werden.
1912 erschien die Erzählung "Der Tod in Venedig". Als Antwort auf Heinrich Manns Antikriegsschrift "Zola" verfaßte er 1918 die "Betrachtungen eines Unpolitischen". Seine Verteidigung des Kaisertums und seine Kriegsbegeisterung führen zum Bruch mit seinem Bruder, einem inzwischen erklärten Demokraten.
DER TOD IN VENEDIG
Gustav Aschenbach ist ein fünfzigjähriger Schriftsteller, der, nach einer unheimlichen Begegnung mit einem Unbekannten, plötzlich das Bedürfnis hat, zu verreisen. Obwohl er dies bisher für völlig überflüssig hielt und das Reisen nur als eine hygienische Maßregel, die gegen Sinn und Neigung dann und wann getroffen werden mußte, betrachtet hatte, fuhr er auf eine gerühmte Insel der Adria.
Doch er fühlte, daß er den Ort seiner Bestimmung noch nicht gefunden hatte. So studierte er Schiffsverbindungen und auf einmal stand ihm sein Ziel vor Augen – Venedig.
In Venedig angekommen, trifft er eine polnische Familie, in deren Sohn er sich unbewußt verliebt. Nach einigen Tagen Aufenthalt geht es ihm jedoch schlechter und er beschließt abzureisen, da ihm die drückende Schwüle nicht gut tut. Doch am Bahnhof angekommen, bemerkt er seine Liebe dem Jungen gegenüber und fährt zurück um in seiner Nähe sein zu können.
Die Tage vergehen und Aschenbach hört, daß eine Seuche in Venedig ihr Unwesen treiben soll, bleibt aber weil auch die Polnische Familie mit ihrem Sohn bleibt und stirbt schließlich daran.
In einem Prozeß geistiger und politischer Neuorientierung entstand 1924 der Zeit- und Bildungsroman Der Zauberberg, an dem er seit 1913 gearbeitet hat.
Der Zauberberg
Hans Castorp, Sohn eines reichen Hamburgers, reist, nachdem er sein Examen abgelegt hat, nach Davos in der Schweiz um seinen lungenkranken Vetter in einem Bergsanatorium zu besuchen. Er will zunächst nur kurze Zeit bleiben, da bei ihm jedoch eine Erkrankung der Lunge festgestellt wird, muß er seinen Besuch auf einen sieben Jahre dauernden Aufenthalt ausdehnen. In diesen Jahren versuchen verschiedene, ebenfalls als Patienten anwesende Personen in zu beeinflussen, so zum Beispiel ein italienischer Literat der ihm seine aufklärerisch- humanistischen Vorstellungen aufdrängen will, sowie ein Jesuit, ideologischer Gegner des Italieners. Er steht für Katholizismus und Kommunismus ein, für Autoritäre Führung. Eine schöne Russin symbolisiert die natürlichen Instinkte Castorps, ein reicher Kaufmann seine gesellschaftliche Situation. Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges wird er gezwungen das Sanatorium zu verlassen und zieht einer unsicheren Zukunft im Krieg entgegen.
Der „Zauberberg“ ist ein moderner Bildungsroman indem verschiedene Personen versuchen auf Hans Castorp Einfluß zu gewinnen, ihn zu ihrer Lebensart zu bekehren. Das Besondere an diesem Bildungsroman ist seine Plazierung fernab vom alltäglichen Dasein, das mit dem flachen Land gleichgesetzt wird. In der abgeschiedenen Bergwelt der Schweiz können ohne Bezug zur gesellschaftlichen oder politischen Situation politische und weltanschauliche Probleme unverbindlich diskutiert werden. Die einzige Bedrohung dieser makaberen Idylle stellt der Tod dar. Er trifft die Patienten des Sanatoriums ebenso, wie wahrscheinlich den in den Krieg ziehenden Hans Castorp.
1929 erhielt Thomas Mann Nobelpreis für Literatur für die "Buddenbrooks". 1933 begab si
Vloženo: 24.04.2009
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