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Literatura_1dil
NJII_275 - Abschlussprüfung - Magister
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Stáhnout celý tento materiál1720 sofort mit Begeisterung aufgenommen. Zwischen 1720 und 1760 entstanden mehr als 50 solcher "Robinsonaden".
In der deutschen Literatur ist eigentlich nur eine einzige Robinsonade von grösserer Bedeutung – Insel Felsenburg von Johann Gottfried Schnabel (1692 – nach 1750).
Auf einer einsamen Insel bildet eine kleine Gruppe von Schiffsbrüchigen nach manchen Abenteuern eine Gemeinschaft, die mit der äusseren Lebensform auch die Sensucht nach der Rückkehr in die alte Welt des Betrugst abgelegt hat. Auf sich selbst angewiesen, brauchen sie keine konventionellen Normen. Neuankömmlinge erzählen ihr Schrcksale, die die Schlechtigkeit der Welt blossstellen.
Johann Christoph Gottsched (1700-1766) war zweifellos die einflussreichste Persönlichkeit des deutschen literarischen Lebens der 20er bis 40er Jahre des 18. Jhs. Als Systematiker und Organisator trat er an die Erneuerung der Literatur und des Theaters heran.
Die grösste Aufmerksamkeit widmete er der Reform des Theater und des Dramas. So entstand seine Poetik Versuch einer Critischen Dichtkunst vor die Deutschen (1730). Ausgehend aus der bekannten Horazischen Forderung, die Dichtung solle nützen und unterhalten, war er überzeugt, dass Poesie zu erlernen sei – man müsse nur genug Kenntnisse von der Welt und dem Leben haben und die Regeln der Poetik befolgen.
Das Gefühl für das Ästhetische und den Geschmack hielt Gottsched für eine absolute Kategorie. Ihr Wesen sah er in der Übereinstimmung des Urteils der kritischen Vernunft mit Regeln, deren Befolgugn dem Kunstwerk Vollkommenheit sichert. Daraus folgte seine Ablehnung des Besonderen, Über- und Unnatürlichen, Unwahrscheinlichen, des "Wunderbaren". Er stellte die französische klassizistische Tragödie als einzig mögliches Vorbild hin. Den Zweck der Tragödie sah er in der moralischen Belehrung und Bekehrung des Zuschauers durch Furcht und Schrecken. Daneben lehnte er jede unnatürlich Äusserung (z.B. Monologe), jeden unwahrscheinlichen oder übernatürlichen Eingriff in die Lösung des Konflikts (Deus ex machina) ab. Tragische Helden dürfen ausschliesslich Personen von grosser Würde und hohem Stand sein, nur ihre Sorgen sind erhaben, nur ihr Scheitern wirklich tragisch. Als die grössten Vorbilder für die Tragödie galten ihm die französische Klassizisten Corneille und Racine.
Für die Komödie fand Gottsched Muster in den Epigonen Moliéres. Die Komik sollte vom Charakter der Person herrühren, daher hatten im Rahmen einer solchen Auffasung Harlekin oder Hanswurst mit ihrem Stegreifspiel, ihren derben Spässen, ihre Mimik auch in der Komödie keinen Platz mehr. In komischen Rollen tratet lediglich Personen aus dem Volk oder dem Mittelstand auf.
In den 40er Jahren wurde Gottsched immer häufiger zur Zielscheibe heftiger Angriffe. Es wurde ihm vorgeworfen, dass er die Eigenständigkeit des deutschen Geistes und Charakters nicht respektiere und infolge seiner einseitigen Bevorzugung französischer Vorbilder die Konstituierung des nationalen Dramas und Theaters verzögert hätte.
Die Schärfe des literarischen Streites zwischen den beiden Schweizer Professoren Johann Jakob Bodmer (1698-1783) und Johann Jakob Breitinger (1701-1776) auf der einen und Gottsched auf der anderen Seite ist nur schwer zu erklären, zieht man die Ähnlichkeit ihrer theoretischen Ausgangspositionen in Betracht. Beide Seiten bekannten sich zum Prinzip, dass das literarische Produkt von dem Verstand kontrolliert werden musss, fest bestimmte Regeln befolgen und einen konkreten moralisch-erzieherischen Zweck verfolgen soll.
Deutlicher und radikaler befasste sich Alexander Gottlieb Baumgarten (1714-1762) in seinem Werk Aesthetica (1750, 1758) mit der Rolle der Phantasie in der Kunst. Er trennte ihre Gesetze von den Gesetzen der Vernunft, um den Zweck der Kunst und Literatur von dem der Ethik abzugrenzen.
Empfindsamkeit. Rokoko und Anakreontik
Die Empfindsamkeit hat ihre Wurzeln im Pietismus. Sie machte sich in allen Genres geltend: im Drama in der Form von weinerlichen Lustspielen (Gellert), im Lehrgedicht (Gellert) und in Oden (Klopstock), im Roman (Gellert, Laroche).
Um die Zeitschrift Belustigungen des Verstandes und Witzes (seit 1741 in Leipzig) versammelte sich eine Gruppe von jungen Intellektuellen, die mit Gottsched symphatisierten. 1744 gründeten sie in Bremen eine eigene Zeitschrift – Neue Beiträge zum Vergnügen des Verstandes und Witzes, die als Bremer Beiträge bekannt wurde. Die Gruppe ihrer Mitarbeiter – K. Ch. Gärtner, G. W. Rabener, J. E. Schlegel, F. W. Zachariä, Ch. F. Gellert – ist unter der Bezeichnung Bremer Beiträger in die Literatur getreten. Die Gruppe verband die Auffassung der Literatur als Mittel zur Aufkläung und Bildung des Mittelstandes und die Trennung von Gottscheds erstarrtem Rationalismus.
Gottlieb Wilhelm Rabener (1714-1771) in seinen Sammlung satirischer Schriften und Satirischen Briefen realisierte an Gottsched anknüpfende Theorie der Satire: Da der Satiriker stark beeinflussen kann, soll er äusserst veratwortungsvoll vorgehen, um die öffentliche Ordnung nicht zu zerstören. Die Satire soll keine Persönlichkeit zur Zielscheibe haben, sie soll menschliche Schwächen, nicht den Menschen selbst lächerlich machen.
Der bedeutendste von den Bremer Beiträgern war Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769). Gellert wirkte als konsequenter Erzieher, seine Mittel waren tugendhafte Vorbilder und abschreckende Beispiele von Lastern.
Beliebt und vielgelesen waren seine Fabeln und Erzählungen (1746, 1748). Die jedem verständliche Moral der Fabeln überzeugt von den Freuden eines besonnenen Lebens und kritisiert Geiz, Überheblichkeit, Stolz, besonders aber Heuchelei und Bigotterie.
Auch im Drama verfolgte Gellert erzieherische Ziele und nutzte dazu den neuen Lustspieltyp – das ernste und weinerliche Lustspiel (comédie sérieuse, comédie larmoyante), in dem Lustiges neben Rührseligem stand, um eher Tränen des Mitleids als fröhliches Lachen hervorzulocken.
Gellert schrieb auch Roman Leben der schwedischen Gräfin von G… (1746/48), obwohl Roman immer noch im Hintergrund stand.
Gellert vertritt den Standpunkt, dass alle Konflikte vernünftig gelöst werden könnten, Tragödien seien nur dort unvermeidlich, wo die Situation den Gesetzen der Natur und der Vernunft widerspricht (Eheleute, die feststellen, dass sie Geschwister sind).
Die Rokokodichtung übernahm zum Teil Traditionen der Barockpoesie, die jedoch ihre Monumentalität verloren hatten und in ein sorgloses, graziöses Spiel umfunktioniert wurden. Die Dichter holten sich aus der griechischen und römischen Mythologie Personen, die erotische Empfindungen symbolisierten (Venus, Amor, Psyché, Grazien, Nymphen u.a.m.) und pflegten auch die aus der Barockzeit beliebte Schäferliyrik, deren Naturmotive sie mit sentimentalen Zügen ausstatteten.
Im Vergleich zu der klassizistischen Poetik wesentlich freier, die Grenze zwischen literarischen Gattungen sind nicht streng gezogen. Die rhythmische Prosa und Formen, die von der klassizistischen Poetik als "niedrig" empfunden worden sind, stehen im Vordergrund (Schäferspiel, Verserzählung, galantes Epos).
Mit seinen Bemühungen um einen formvollendeten, spielerisch leichten Ausdruck unersnster Gedanken wurde Friedrich von Hagedorn (1708-1754) Wegbereiter der anakreontischen und Rokokodichunt. Versuch in poetischen Fabeln und Erzählungen (1738.
Johann Ludwig Gleim (1719-1803) repräsentiert die Hallenser Dichterschule, die sich besonders dem Thema Freundschaft als Ausdruck der Sehnsucht widemte. Sie wollten in eine problemlose Welt fliehen, daneben riefen sie nach fügsamer Zufriedenheit und Genügsamkeit auf. Gleims spätere Lieder für das Volk (1772) wurden durch das rousseauistische Interesse für das einfache Landleben geprägt.
Das Werk Ewald von Kleists (1715-1759) schlägt eine Brücke zwischen der anakreontischen und der Erlebnislyrik. Seine Verse sind viel mehr von Melancholie, Trauer, Unzufriedenheit mit dem Leben durchdrungen, von Empfindungen, die ihn von den Anakreontikern trennten. Heute ist Kleist vor allem als Verfasser des umfangreichen Gedichtes Der Frühling (1749) bekannt, das in Motivik und Komposition an Die Jahreszeiten des Engländers James Thomson anknüpft.
Kleist schildert den Sieg des Frühlings über den Winter, das einfache Leben der Landleute im Gegensatz zu den höfischen Manieren und den Schrecken des Krieges und erinnert die Fürsten an ihre Pflich, für das Wohl ihrer Untertanen zu sorgen.
Ein Meister der Schäferpoesie war Schweizer Dichter und Maler Salomon Geβner (1730-1788). Seine Idyllen spielen sich in der arkadischen galanten Schäferwelt unter sorg- aber auch leblosen Figurinnen ab.
Die Höhepunkt- oder die Lessing-Phase (1750-1780)
Um die Mitte des Jhs. vertiefte sich der Einblick der Aufklärer in die Probleme der Geselllschaft sowie des Individuums. Für die Literatur bedeutete das eine Umwertung des Gedankenguts und der Möglichkeit dessen literarischer Realisierung. In der Literaturtheorie, Dichtung und Kritik wurden neue Wege gesucht.
Die Literaturtheorie näherte sich immer mehr der Ästhetik der Engländer, doch in zahlreichen Diskussionen über Wissenschaft und Kunst klärte sich der nationale Standpunkt. Den Autoren ging es meist nicht mehr um eine allgemeine Kritik der moralischen Mängel und um die Verbesserung der Sitten, sondern um eine unmittelbare Konfrontation der bürgerlichen Tugend mit der Amoralität des höchsten Standes.
Die Ideen Johann Joachim Winckelmanns (1717-1768), des Begründers der klassischen Archäologie und des Autors einer neuen Auffassing der antiken Kunst, beeinflussten die Ästhetik der 60er und der folgenden Jahre auf eine entscheidende. In seiner Geschichte der Kunst der Altertums (1764) untersuchte er die antike Kunst als Widerspiegelung eines harmonischen, abgeklärten Weltbildes.
Nach einem Übermass von unpersönlichen, didaktischen und beschreibenden Gedichten, nach einer vorgetäuschten Sorglosigkeit der Anakreontik und der Idylle wurde in der Lyrik immer mehr das subjektive Erlebnis reflektiert; der Einsatz des Persönlichen wurde Ausgagspunkt für die Dichtung des Sturm und Drang.
Die Prosa der Aufklärung, bis dahin quantitativ ziemlich mager und qualitativ nicht eben hochstehend, erreichte ihren Höhepunkt im Schaffen Wielands, der die Thematik des Romans vertiefte und weiter ausbaute. Der moralische Familienroman entwickelte sich weiter und übernahm neue Impulse aus der realistischen und satirischen englischen Prosa.
Stücke deutscher Dramatiker beherrschten die deutsche Bühne, das Theater wurde die wirksamste Einrichtung zur Emanzipation der bürgerlichen Lebensanschauung.
Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803) vermittelte in seinem Werk grosse Ideale als Produkt subjektiven Erlebens, ohne den Dualismus Vernunft – Empfindung aufzuheben. Von der Lobpreisung Gottes ging er zum Loblied an das Vaterland über, seine religiösen Gefühle wurden von nationalen abgelöst, die für eine Zeit lang politisch gefärbt waren.
Bereits als Student verfasste Klopstock unter der Einwirkung von Miltons Paradise lost die ersten drei Gesänge seines religiösen Epos Messias. Sie lösten vor allem unter jungen Leuten eine grosse Begeisterung aus.
Den Schwerpunkt des Epos Messias bildet die Erlösung der Menschheit durch die Leiden und den Tod Christi. Den breiteren Rahmen bildet der erneut ausgebrochen Streit zwischen Himmel und Hölle der das ganze Universum umfasst. In den 20 Gesängen wird der Zeitraum von der Ankunft Jesu in Jerusalem bis zu seinem Tod (1-10), von der Auferstehung bis zur Himmelfahrt (11-20) gestaltet.
In seiner Lyrik, besonders in Oden, knüpfte zwar an einige Traditionen an (griechische Ode, pietistische Lyrik), behauptete aber, der Dichter dürfte sich nicht durch die Normen und Regeln einschränken lassen. Seine Liebesgedichte besingen die Liebe als ein den Menschen veredelndes Gefühl, ohne galante Tändelei. Die sog. Fanny-Oden sind ein melancholischer Ausdruck unerfüllter Sehnsucht, während die späteren Cidli-Oden die Liebe und die Freude am Leben und an der Schönheit der Welt verherrlichen.
Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781)
Friedrich Nicolai (1733-1811) – Buchhandlär, Kritiker, Schriftsteller, vor allem Herausgeber grosser und verbreiteter kritischer Zeitschriften der Aufklärung.
Für seine erste Zeitschrift Bibliothek der schönen Wissenschaften und freien Künste (1757/59) gewann Nicolai Moses Mendelssohn und Lessing. 1759 gründete er unter Mitarbeit von Lessing und Mendelssohn die Zeitschrift Briefe, die neueste Literatur betreffend. Mit dem 24. Band (1765) beendete Nicolai die Herausgabe dieser Zeitschrift und gründete eine neue Revue grossen Stils – Allgemeine Deutsche Bibliothek (1765-1806).
Christoph Martin Wieland (1733-1813) – Dichter, mit ihm beginnt der moderne deutsche Entwicklungs- oder Bildungsroman.
Seine Komischen Erzählungen (1765) sind von Lukian inspiriert und durch Spannung zwischen Sinnlichkeit und deren elegantem Verschleiern geprägt.
Den Höhepunkt des Rokoko und zugleich seine Überwindung bedeutet das Versepos Oberon (1780).
Der Ritter Hüon wird von Karl dem Grossen mit Aufgaben beauftragt, deren Erfüllung nicht in menschlichen Kräften steht. Dieses mit abenteurlichen Wanderungen des Ritters verbunden Grundmotiv stammt aus dem französischen Ritterroman. Dass dem Ritter die Erfüllung aller Aufträge gelingt, hat er dem Elfenkönig Oberon zu verdanken, dessen Zwist mit Titania Wieland von Shakespeare entliehen hatte.
Der deutsche Roman befand sich in einer tristen Lage. Gellerts Leben der schwedischen Gräfin von G… mit seinen moralischen Aspekten und abenteuerlichen Episoden war noch nicht überboten. In Wielands Agathon geht es zum ersten Mal um einen Entwicklungsweg, der sich nicht auf die Förderung von Moral und Tugend, sondern auf die Entwicklung eines aktiven vielseitig ausgebildeten Individuums konzentriert.
Die Handlung spielt in antiken Statstaaten Griechenlands und des Orients im 4. vorchristlichen Jh.. Der Held entwickelt sich von der Suche nach individuellem Glück zur Erkenntnis, dass Glück mit der Tätigkeit für ein freies Gedeihen der Gesellschaft verbunden ist. doch alle Formen der Machtstrukturen enttäuschen ihn. Wielands Ideal ist utopisch – eine freie Republik, in der jeder zugunsten aller arbeitet.
Weitere Werke: Der goldene Spiegel oder Die Könige von Scheschiean (1772)
Geschichte der Abderiten (1781) – satirisch-humoristischer Roman
22 Übersetzungen von Shakespeare (1762-1766)
Sophie von Laroche (1731-1807) – die Romanschriftstellerin (Geschichte des Fräuleins von Sternheim (1766/71)
Karl August Musäus (1735-1787) – Roman Grandison der Zweite
Johann Timotheus Hermes (1738-1821) – Roman Sophiens Reise von Memel nach Sachsen
G. E. Lessing (1729-1781)
Gotthold Ephraim Lessing wurde am 22. Januar 1729 in Kamenz in der Oberlausitz geboren. Er entstammte wie so viele andere deutsche Schriftsteller des 18. Jahrhunderts einem evangelischen Pfarrhaus; der Vater Johann Gottfried Lessing war Pastor primarius an der Hauptkirche in Kamenz und Verfasser theologischer Werke, die Mutter Justine Salome, geb. Feller, die Tochter des Amtsvorgängers ihres Mannes. Gotthold Ephraim war das zweite von insgesamt zwölf Kindern. Von 1737 bis 1741 besuchte er die Lateinschule in Kamenz, anschließend bis 1746 die Fürstenschule St. Afra in Meißen. Im September 1746 nahm er das Theologiestudium an der Universität Leipzig auf. Schon bald aber beschäftigte er sich mit eher weltlichen Dingen, lernte Tanzen, Fechten, Reiten und begeisterte sich für das Theater. In der Zeitschrift Der Naturforscher und den von seinem Vetter Christlob Mylius herausgegebenen Ermunterungen zum Vergnügen des Gemüths erschienen erste Gedichte, Fabeln und Verserzählungen. Wegen eigener und fremder Schulden von Theaterleuten, für die er gebürgt hatte, mußte Lessing auf der Flucht vor den Gläubigern im Sommer 1748 Leipzig verlassen. Nach kurzem Zwischenaufenthalt in Wittenberg, wo er Medizin studieren wollte, erreichte er im November 1748 Berlin.
Lessing, zwanzig Jahre alt, entschloß sich, den Beruf des freien Schriftstellers zu ergreifen. Zusammen mit Mylius gab er die Zeitschrift Beiträge zur Historie und Aufnahme des Theaters heraus, daneben schrieb er Rezensionen, Gedichte, Theaterstücke (Die Juden, Der Freigeist), verfaßte Übersetzungen, ab 1751 arbeitete er für die Berlinischen privilegierten Staats- und Gelehrten Zeitung. Auf Drängen des Vaters, aber auch wegen einem unseligen Streit mit dem am Hofe Friedrichs II. weilenden Voltaire, dessen Siécle de Louis XIV Lessing in Form von Druckbögen seinen Bekannten zugänglich gemacht hatte, noch bevor es Voltaire dem König präsentieren konnte, reiste er Ende 1751 nach Wittenberg ab, um dort seine Studien abzuschließen. Im April 1752 wurde er zum Magister der Philosophie promoviert. Ab November 1752 war Lessing wieder in Berlin. Er beschäftigte sich mit Übersetzungen von Schriften Voltaires und Friedrichs II. und begann das ehrgeizige Projekt der (niemals vollendeten) Theatralischen Bibliothek, die in unregelmäßiger Reihenfolge eine kritische Geschichte des Theaters zu allen Zeiten und bei allen Völkern liefern sollte. Von 1753 bis 1755 erschien die sechsteilige Sammlung seiner Schriften, angeblich aufgrund einer Wette mit Moses Mendelssohn, den er wie Friedrich Nicolai 1754 kennengelernt hatte, entstand im Frühjahr 1755 Miß Sara Sampson. Trotz des literarischen Ruhms war Lessing nach wie vor auf der Suche nach einer gesicherten Anstellung. Im Oktober 1755 begab sich Lessing nach Leipzig. Von dem reichen Kaufmann Christian Gottfried Winkler bekam er das Angebot, als dessen Begleiter eine vierjährige Reise durch Europa zu unternehmen. Im Mai 1756 brachen sie in Leipzig auf, bereits im August wurden sie in Amsterdam vom Ausbruch des Siebenjährigen Krieges überrascht und mußten umkehren. Nach der Rückkehr in das mittlerweile von den Preußen besetzte Leipzig entwickelte sich bald die enge Freundschaft zum preußischen Major und Dichter Ewald von Kleist, die von den Leipzigern mißtrauisch beäugt wurde.
Im Mai 1758 kehrte Lessing nach Berlin zurück. Er schrieb die ersten Briefe, die neueste Literatur betreffend, 1759 erschien der Einakter Philotas. Einen überraschenden Einschnitt stellen die Jahre 1761 bis 1765 dar; Lessing übernahm eine Stelle als Gouvernements-Sekretär beim preußischen General Tauentzien in Breslau. Aller Geldsorgen enthoben, kultivierte Lessing ein bohčmehaftes Leben, gab sich seiner Spielleidenschaft hin, bereits 1763 allerdings schrieb er seinem Vater: »Ich habe mit diesen Nichtswürdigkeiten nun schon mehr als drei Jahre verloren. Es ist Zeit, daß ich wieder in mein Gleis komme.«
Im Mai 1765 kehrte er nach Berlin zurück und fand sich, nicht ohne Schwierigkeiten, wieder in seine literarische Arbeit ein. Erst 1766 erschien eine umfangreichere Schrift, die ästhetische Abhandlung Laokoon, die vor allem bei der jüngeren Generation von überwältigender Wirkung war; 1767 Minna von Barnhelm.
Laookon: kunstegeschichtliche, theoretische Ansichten. Lessing lehnte die These von der Poesie als redende Malerei und der Malerei als stumme Poesie ab. Lessing versuchte, eine Grenzlinie zwischen beiden Künsten zu führen und ihr Wesen und ihren Gegenstand festzulegen. Der Ausgangspunkt ist der Unterschied in der Gestaltung von Laokoons Sterben in Stein und Wort. Die Sage berichtet, dass Laokoon Trojaner vor dem hölzernen Pferd dr Griechen warnte. Daraufhin wurden er und seine zwei Söhne von zwie riesigen Schlangen getötet. Winckelmann schätzte an der berühmten Plasti der Spätantike (2. oder 1. Jh. v. Chr.) den edlen Ausdruck des Schmerzes. Im Gegensatz dazu liess Vergil im Aeneas Laokoon vor Scherz schrein. Lessing kam zum Schluss, dass die klassische Dichtung Schmerz und menschliche Reaktionen schilderte, während für die bildende Kunst das Moment des Schönen entscheidend war.
Nachdem sich Lessings Wunsch, Bibliothekar an der königlichen Bibliothek in Berlin zu werden, 1766 zerschlagen hatte, konzentrierte er sich ganz auf die Mitarbeit an dem in Hamburg geplanten Nationaltheater. Aus dem Theater eine Institution der nationalen Kultur zu machen, lautete die enthusiastische Vorgabe. Ostern 1769 war das Projekt finanziell und wegen Kompetenzstreitigkeiten zwischen dem Dramaturgen Lessing und den beiden anderen Direktoren gescheitert. Als Nachruf schrieb Lessing in der Hamburgischen Dramaturgie:
Hamburgische Dramaturgie: Analyse des Standes des zeitgenössischen Dramas, Kritik französischer Vorbilder, Auseinadersetzung mit Aristoteles (Einheiten), Tragödie soll Mitleid hervorrufen = Katharsis. Held nicht absolut tugendhaft noch böse, Zuschauer sollen sich in ihm erkennen
Im September 1769 erhielt Lessing vom Braunschweiger Hof das Angebot, Bibliothekar an der berühmten herzoglichen Bibliothek in Wolfenbüttel zu werden. Die ersten Jahre in Wolfenbüttel waren literarisch wenig fruchtbar. Lediglich Emilia Galotti erschien 1771, daneben veröffentlichte er von 1774 bis 1778 aus dem Nachlaß von Hermann Samuel Reimarus Fragmente eines Ungenannten, die ihn später mit dem Hamburger Hauptpastor Johann Melchior Goeze in heftige theologische Auseinandersetzungen verwickelte. 1775 bis 1776 reiste er über Leipzig und Dresden nach Wien, von dort aus begleitete er den Prinzen Leopold von Braunschweig nach Italien; die Reise, die nach Mailand, Venedig, Florenz, Korsika, Genua, Turin, Rom und Neapel führte, schien auf den vom Prinzen abhängigen Lessing wenig Eindruck gemacht zu haben. nach seiner Rückkehr heiratete er die mit ihm be
Vloženo: 24.04.2009
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